Schwedische Holzhäuser

Skandinavischer Wohnstil unterscheidet sich gar nicht so sehr vom bevorzugten Wohnstil der ländlich lebenden Amerikaner. Auch dort sind Holzhäuser gang und gäbe, während in den Städten mehrstöckige Backsteinbauten und Wolkenkratzer dominieren. Trotzdem hat sich in Europa gerade das Schwedenhaus als Modell für umweltfreundliches und gesundes Bauen durchgesetzt. Erstens ist es aus heimischen Hölzern und in anderer Bauweise als amerikanische Häuser erstellt und zweitens liegt es uns regional näher. Drittens liegt es vielleicht daran, dass man zunehmend erkennt, dass die amerikanischen Holzhäuser trotz ihres tollen Aussehens oft minderwertige Billigbauten sind. Schimmelprobleme sind bei vielen Mietern zu verzeichnen.

Foto: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Was kennzeichnet schwedische Holzhäuser?

Das so genannte „Schwedenhaus“ ist ein mehr oder weniger großes Holzhaus, dem ein rostroter oder weinroter Anstrich das typische und attraktive Aussehen verleiht. Solche Häuser findet man allerdings auch in Dänemark oder Schweden. Typisch ist auch die traditionelle Bauweise, die einen Standard gesetzt hat. Hierzulande werden die meisten Schwedenhäuser in Fertigbauweise angeboten. Aus vorgefertigten Teilen kann man dann relativ schnell sein Traumhaus auf das Grundstück stellen. Dass so ein Haus auch tatsächlich ein Original Schwedenhaus ist, dafür sorgen die meist aus Skandinavien stammenden Fertighaushersteller. Das Know-How jedoch kennen längst auch die deutschen Hersteller von Fertigbauten. Da die Käufer auf die typischen Eigenschaften eines Schwedenhauses Wert legen, rüttelt man an ihnen auch nicht. Deswegen stehen die deutschen Schwedenhäuser den Vorbildern in skandinavischen Qualität nicht nach. Sie sehen ebenso gut aus und weisen die gleichen grundlegenden Merkmale und Qualitätsstandards auf. Auch hierzulande stehen die skandinavischen Hingucker längst für den individuellen Wohntraum. Das traditionelle und lange erprobte Holzverbundbau-System der Schweden ist nicht „old fashioned“, sondern sogar im höchsten Maße und in vieler Hinsicht zukunftsfähig. In Schweden gab es bereits seit 1975 gesetzliche Vorschriften bezüglich der Wärmeschutzwerte, die noch heute gelten. Bei uns wurden diese erst in neuerer Zeit zur Norm erklärt.

Typische Qualitäten von Schwedenhäusern

Der zunehmende Energieverbrauch hat zeitgemäße Bautechniken und optimal dämmende Bau-Materialien zunehmend in den Blickpunkt gerückt. Auch die steigenden Preise für Immobilien oder Energie spielen eine Rolle bei der Entscheidung für ein Schwedenhaus. Positiv wirkt sich auch die Entscheidung aus, dass Schwedenhäuser mit wenigen Zusatzelementen auf den Standard eines Niedrig-Energie- bzw. Passivhauses gebracht werden können. Somit kann man häufig staatliche Förderungen in Anspruch nehmen, die die Baukosten senken. Der natürliche Baustoff regeneriert sich bei ausreichender Anpflanzung von neuen Bäumen wieder. Daher spricht man von nachwachsenden Ressourcen und Energieträgern. Die Holzreste aus der Verwertung können nämlich auch mittels einer modernen Pelletheizung in einem Schwedenhaus Energie sparen helfen. Zudem kann man daraus auch Dämmplatten herstellen. Der ökologische Wert und die Recycling-Fähigkeit steigen mit einem natürlichen Baustoff wie Holz. Mineralische Baustoffe erfordern schon bei der Gewinnung sehr viel mehr Energieaufwand. Holz eignet sich auch aus wohnklimatischen Erwägungen heraus. Aus baubiologischer Sicht eignet sich Holz als gesunder Baustoff optimal. Voraussetzung ist allerdings, dass keine toxische Vorbehandlung des Holzes gegen Pilzbefall oder Schimmel vorgenommen wird. Die Vorbereitung des Baustoffes muss nach ökologischen Prinzipien erfolgen.

Die Vorteile eines Schwedenhauses

Zu den zahlreichen Vorteilen von Schwedenhäusern zählen neben den günstigen Baukosten die gesundheitsrelevanten Eigenschaften des nachwachsenden Baustoffes, die spezielle Bauweise und die gesundheitsverträgliche Dämmung. Da Holz von Natur aus atmet und arbeitet, ist durch die Konstruktionsweise von Schwedenhäusern ein gesunder Klimaaustausch möglich. Die Luftfeuchtigkeit bleibt ziemlich konstant. Die Temperatur kann oft mit guter Dämmung ebenfalls im konstanten Bereich gehalten werden. In dem gesunden Wohnklima fühlen sich neben Kindern auch alte Menschen besonders wohl. Auch für Umweltkranke sind Schwedenhäuser manchmal interessant, wenn sie nach strengen baubiologischen Prinzipien errichtet werden. Hier ist insbesondere auf nicht-toxische Baustoffe, Schutzanstriche und Farben zu achten. Interessant ist auch das Phänomen, dass man in traditionell gebauten Schwedenhäusern deutlich weniger Staubentwicklung beobachten kann. Das macht diesen Haustyp allergikerfreundlich für Hausstaub-Allergiker und Asthmatiker. Vom Energiespar-Effekt war weiter oben bereits die Rede. Sowohl der CO2-Ausstoß als auch der Verbrauch von Energieressourcen werden in Schwedenhäusern deutlich reduziert. Wegen der leichten Brennbarkeit des Baumaterials sollten Feuerschutzmaßnahmen mit eingeplant werden. Feuerhemmende Schutzanstriche sind allerdings meist toxisch. Daher ist eine Sprinkleranlage einzuplanen, mindestens aber Feuerlöscher und Rauchmelder mit einzubauen. Vom Prinzip her wird ein traditionell gebautes Schwedenhaus aber alle Brandschutzauflagen auch ohne das erfüllen können.

Fazit

Dass ein Schwedenhaus dank hervorragender Materialien, hochwertiger Konstruktionsprinzipien und guter Instandhaltung und Pflege durchaus bis zu 300 Jahre existieren kann, ist durchaus keine Seltenheit. Nicht umsonst haben sich Schwedenhäuser so lange in Skandinavien gehalten und sind dort auch heute noch so weit verbreitet. Sie bieten in den nordisch-kalten Regionen mehr Vorteile als es konventionelle Häuser bieten könnten. Vor allem kann man ein altes Schwedenhaus, das abgerissen werden muss, fast komplett dem Recycling zuführen.

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